Ich lese zu wenige Bücher, die von Frauen geschrieben wurden. Aber das war nicht der Grund, weswegen ich zu diesem Buch griff. Es war mehr eine Mischung aus interessanter Titel und “ein Buch aus Korea”, was im Jahre 1962 geschrieben wurde.
Zunächst kam ich nicht so recht in das Buch rein. Im weiteren Verlauf besserte sich das nur minimal. Das Buch handelt in einer fremden Zeit in einer sehr fremden Kultur. Es erfordert also eine gewisse langsame Aufmerksamkeit, um die Bedeutung mitzubekommen. Das liegt auch daran, dass oft bedeutende Dinge nicht gesagt werden, sondern durch Schweigen ihre Bedeutung verliehen bekommen. Auch die Art und Weise wie neue Personen in eine Szene eingeführt werden war für mich irritierend. Meistens ist es so, dass sie zunächst etwas sagen. Und erst im nächsten Satz wird der Satz der Person zugeordnet. Aber fast nie steht dabei “XY betrat nun auch den Raum” oder “XY stieß dazu”. Das wird ausgelassen. Das muss man sich erarbeiten. Ein anderes Problem sind die Namen der Töchter des Apothekers: Yongsuk, Yongbin, Yongnan, Yongok und Yonghye.Es gibt aber auch ein paar interessante Sachen. Ich will nicht nur meckern, selbst wenn das Lesen an sich kein Vergnügen war.
Also in Korea scheint es ja ehemals ziemlich knallhart zugegangen zu sein. Die Handlung spielt in einem armseligen Dorf. (Zeitraum 1860-1890-1920…) Im Mittelpunkt steht natürlich der Apotheker Kim, seine Frau und seine Töchter. Davor, danach und während dessen finden viele Zwangsehen statt. Oder sollte ich lieber arrangierte Ehen sagen? Auf jeden Fall scheint das der Standard der damaligen Zeit gewesen zu sein. Auch die ganze Ordnung des Lebens und des Alltags sind stark reglementiert. Es gibt nur ein Paar, das zusammen an einem Tisch isst. Ansonsten sitzen Frau und Mann beim Essen nicht am gleichen Tisch. Als Erben zählen nur Männer. Das geht sogar so weit, dass wenn man nur unverheiratete Töchter hat, der Neffe alles erbt.
Auch sonst gibt es viele Regeln. Die meisten lassen sich so zusammenfassen: Wenn deine Eltern scheiße gebaut haben, dann musst Du dafür büßen. Oder anders “..wenn die Eltern gut sind, tut normalerweise auch das Kind anderen nichts Böses.”
Interessant fand ich, dass innerhalb der gleichen Familie die einzelnen Personen völlig unterschiedliche Religionen ausüben können. Und es gibt keine Diskussion deswegen. Das zumindest ist doch ein sehr erstrebenswertes Modell.
Insgesamt fand ich das Buch fürchterlich. Es gibt ein paar nette Aspekte und Szenen, aber mich hat im Grunde nie interessiert, wie es weiter geht. Die Sätze waren so abgehackt und standen alleine da. Vielleicht ist das der Übersetzung geschuldet, ich weiß es nicht.
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